13.8.2022 Lasörling Höhenweg Etappe 2

Zupalseehütte bei Sonnenaufgang

So leise als möglich stehle ich mich um 6 Uhr aus dem Zimmer um den Sonnenaufgang zu sehen. Der Zupalsee liegt vollkommen ruhig da und die Hütte und die Berge spiegeln sich darin. In den Senken bedeckt noch der Raureif das Grün, und die Kühe werden nach und nach munter. Ein schöner Tag kündigt sich in aller Ruhe an.

Blick zurück zum Zupalsee und zur Hütte

Ich halte mich heute nicht an den vorgeschlagenen Lasörlinghöhenweg, weil ich bei diesem schönen Wetter lieber oben am Kamm als unten im Tal gehe. Nach dem Frühstück erreiche ich nach einem kurzen knackigen Aufstieg den Kamm zwischen Virgental und Defereggental. Ich kann mich gar nicht satt sehen an dieser wunderschönen Aussicht hinunter in die Täler und auf die Berge rundum. Ich bin ganz alleine unterwegs und genieße den Weg zuerst auf den Donnerstein und weiter zum Speikboden.  Dies ist für mich der schönste Abschnitt der gesamten Wanderung 😍

Traumaussicht ins Virgental und ins Defereggental

Kurz nach dem Speikboden führt mein Weg bergab, und ich treffe auf den Lasörling Höhenweg, der auf der Virgentalseite unterhalb im Steinkaastal verläuft. Bald danach erreiche ich ein kleines Moor, in dem sich die Berge spiegeln. Wie unfassbar schön!

Beim Abstieg vom Speikboden (2725 m) treffe ich neugierige Murmeltiere

Weiter geht es mit leichtem Auf und Ab zur Lasörlinghütte. Hier gönne ich mir eine Pause und Stärkung, weil ich weiß  dass mir der anstrengendste Teil dieses Tages noch bevor steht. Ich erkundige mich, wie lange es bis zur Berger-See-Hütte dauert. Da meine bergfex Planung für die gesamte Etappe 5 h Gehzeit vorgesehen hat, kann ich nicht glauben, dass es nochmal 3 bis 3 1/2 Stunden sein sollen. Aber ich hab ja Zeit, tröstet mich Heidi (so heißt die Wirtin tatsächlich), und das Wetter spielt auch mit.

Zum Thema Handy Empfang hat sie einen guten Rat: „Schau nicht auf die App, schau auf die Wolken.“ 🙂

Lasörling (3098 m) oben rechts und Lasörlinghütte (2293 m)

Also hinter der Hütte hinauf. Bald schon bekomme ich im ersten Blockwerk einen kleinen Vorgeschmack auf das, was mich später erwartet. Erst geht es noch durch ein Hochmoor und dann kommt der steinige Aufstieg zum Berger Törl.

Am Weg von der Lasörlinghütte zum Berger Törl

Die letzten Meter werden durch eine Versicherung erleichtert. Ab der Lasörlinghütte habe ich ca. 2 Stunden gebraucht. Oben betrete ich die Kernzone des Nationalpark Hohe Tauern. Unter mir ergießt sich ein Meer aus Steinen, durchzogen von einer Linie rot-weiß-roter Markierungen, die glücklicherweise den Weg durch die Steinwüste weisen.

Am Berger Törl (2787 m) betritt man die Kernzone des Nationalpark Hohe Tauern.
Re. oben:Blick zurück
unten: Blick nach vorn in die Steinwüste

Nach einer Weile sammle ich in einer Pause nochmal die Energie für den kraftezährenden Abstieg. Schon bald sehe ich die Berger-See-Hütte, aber es soll noch eine weitere Stunde dauern, bis ich dort ankomme.

Da unten am See ist die Hütte 🤗

Ein paar Wanderer wagen ein Bad im kühlen See, ich bevorzuge die heiße Dusche (die tut so gut 😊).
Kurz danach gibt es auch schon Abendessen. Wunderbar schmeckt das Gemüsecurry mit Reis! Das Handy hat hier zwar kein Netz, aber es gibt sehr gutes WLAN, so dass ich meinen Schatz zuhause  anrufen kann.
Müde von der langen Wanderung verrolle ich mich zeitig in meine Koje. Ich habe Glück und teile das 6er Zimmer nur mit zwei anderen. Auch die anderen Hüttengäste scheinen redlich müde zu sein, und bald schon herrscht selige Hüttenruhe.

Ankunft bei der Berger-See-Hütte (2182 m)

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